<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
	<channel>
		<title><![CDATA[Revolution - Andere Orte]]></title>
		<link>https://revolution.crux-mundi.de/</link>
		<description><![CDATA[Revolution - https://revolution.crux-mundi.de]]></description>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 19:33:18 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Floating in the water]]></title>
			<link>https://revolution.crux-mundi.de/showthread.php?tid=68</link>
			<pubDate>Tue, 27 Feb 2024 14:07:23 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://revolution.crux-mundi.de/member.php?action=profile&uid=3">Anthony Rothwell</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://revolution.crux-mundi.de/showthread.php?tid=68</guid>
			<description><![CDATA[Hoffnung. Trügerische Hoffnung, die sich nach dem ersten Lichtblick, den die versprochene Hilfe mit sich brachte, recht schnell in Misstrauen gewandelt hatte. Nachdem die kleine Spatzdame verschwunden war, waren die Diskussionen um das weitere Vorgehen wieder entflammt. Der halbgare Fluchtplan über die Grenze wirkte genauso wenig vielversprechend wie der Gedanke, sich abermals auf jemanden verlassen zu müssen, den sie kaum kannten. Maggy sprach sich für Jonathan aus, doch bei den blanken Nerven der Katori war es kein Wunder, dass sie auf Misstrauen stieß. Insgeheim hatten sie alle gewusst, dass sie nicht viele andere Möglichkeiten hatten. Eingestehen wollte es sich niemand. Nicht direkt jedenfalls. Die Diskussionen waren gegen Nachmittag mehr und mehr in angespanntem Schweigen verebbt und die Katori hatten sich zum Nachdenken zurückgezogen. Sie wussten alle, dass sie eine Entscheidung fällen mussten. Aber bislang fühlte sich niemand bereit. Vermutlich würden sie sich auch morgen nicht bereit fühlen, wenn Heidi zurückkam. Aber dann würden sie es tun müssen.<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Auch Thony hatte sich irgendwann zurückgezogen, um mit seinen Gedanken allein zu sein. Er wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, als Maggy ihn plötzlich aus den Gedanken riss. Bislang hatte er sich dank seiner eigenen Verletzung aus der Versorgung herausgehalten. Zu seinem Glück hatte Maggy ursprünglich auch nichts von seinem Studium gewusst, aber inzwischen war auch diese Information zu ihr hindurchgesickert. Anthony hatte akzeptiert, dass seine Schonfrist vorüber war und Maggy hatte Hilfe mehr als verdient. Sie würden auf ewig in ihrer Schuld stehen. Ohne Wiederworte nahm er die Mullbinde und die Salbe entgegen und machte sich auf den Tipp der älteren Katori hin auf den Weg nach draußen, wo sie ihre Nichte vermutete. In Anbetracht der nahenden Dämmerung griff er nach einer der Gaslaternen auf der Veranda, ehe er den Waldrand ansteuerte. Unter einem ausladenden Baum konnte man tatsächlich eine unauffällige Gestalt erkennen. Zu unauffällig, wenn man an Anahiel dachte, die bis vor ein paar Tagen noch mit dem Blau ihrer Haare aus jeder Menschenmasse herausgestochen war. Sie alle hatten Wunden. Manche waren sichtbarer als andere.</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Es war noch hell genug, dass Thony die flüchtige Geste nicht entging, mit der sie sich mit dem Handrücken über die Wange wischte, doch er war nicht hier, um sie damit zu konfrontieren. Er hätte ihr gerne ihre Ruhe gelassen. Ruhe, die sie alle brauchten und von der sie wussten, dass ihnen nicht mehr viel davon vergönnt sein würde. Anahiel konnte ihn kommen sehen, sodass er auf eine verbale Begrüßung verzichtete. Der Anflug eines Lächelns musste reichen, während er näher kam. Auf die Armschlinge verzichtete er immer häufiger, weil sie ihm vor Augen hielt, dass etwas nicht stimmte. So fiel es ihm einfacher, das Ziehen in seiner Schulter zu ignorieren. Solange er sie nicht beanspruchte, merkte er sie kaum.</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><i>„Maggy schickt mich.“</i>, erklärte er seine Ankunft, weil es ihm wirklich fern lag, sie zu stören.</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Seit sie hier waren, hatten sie sich – abgesehen von ihrem Gespräch bei den Volieren – kaum unterhalten. Die Gelegenheit hatte gefehlt. Die Energie. Anah gegenüber fühlte er sich noch immer besonders schuldig. Sie hatte am wenigsten mit diesem ganzen Drama zu tun, in das sie sie gezogen hatten. Aber er ging davon aus, dass sie das wusste. Auch, wenn sie sich <i>eigentlich</i> noch gar nicht so lange kannten, hatte Thony bei ihr das Gefühl, dass sie ihn besser kannte, als sie sollte. Nicht die ganzen Geschichten oder die Erlebnisse. Aber das, was in ihm vor sich ging. Vielleicht, weil sie teilweise gar nicht so unähnlich waren.</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><i>„Sie hat mich darum gebeten, mir deine Hand anzusehen.“</i></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
Ein stummes <i>‚danach bist du mich wieder los‘</i> lag in seinen Worten. Wenn sie das wollte, jedenfalls.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hoffnung. Trügerische Hoffnung, die sich nach dem ersten Lichtblick, den die versprochene Hilfe mit sich brachte, recht schnell in Misstrauen gewandelt hatte. Nachdem die kleine Spatzdame verschwunden war, waren die Diskussionen um das weitere Vorgehen wieder entflammt. Der halbgare Fluchtplan über die Grenze wirkte genauso wenig vielversprechend wie der Gedanke, sich abermals auf jemanden verlassen zu müssen, den sie kaum kannten. Maggy sprach sich für Jonathan aus, doch bei den blanken Nerven der Katori war es kein Wunder, dass sie auf Misstrauen stieß. Insgeheim hatten sie alle gewusst, dass sie nicht viele andere Möglichkeiten hatten. Eingestehen wollte es sich niemand. Nicht direkt jedenfalls. Die Diskussionen waren gegen Nachmittag mehr und mehr in angespanntem Schweigen verebbt und die Katori hatten sich zum Nachdenken zurückgezogen. Sie wussten alle, dass sie eine Entscheidung fällen mussten. Aber bislang fühlte sich niemand bereit. Vermutlich würden sie sich auch morgen nicht bereit fühlen, wenn Heidi zurückkam. Aber dann würden sie es tun müssen.<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Auch Thony hatte sich irgendwann zurückgezogen, um mit seinen Gedanken allein zu sein. Er wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, als Maggy ihn plötzlich aus den Gedanken riss. Bislang hatte er sich dank seiner eigenen Verletzung aus der Versorgung herausgehalten. Zu seinem Glück hatte Maggy ursprünglich auch nichts von seinem Studium gewusst, aber inzwischen war auch diese Information zu ihr hindurchgesickert. Anthony hatte akzeptiert, dass seine Schonfrist vorüber war und Maggy hatte Hilfe mehr als verdient. Sie würden auf ewig in ihrer Schuld stehen. Ohne Wiederworte nahm er die Mullbinde und die Salbe entgegen und machte sich auf den Tipp der älteren Katori hin auf den Weg nach draußen, wo sie ihre Nichte vermutete. In Anbetracht der nahenden Dämmerung griff er nach einer der Gaslaternen auf der Veranda, ehe er den Waldrand ansteuerte. Unter einem ausladenden Baum konnte man tatsächlich eine unauffällige Gestalt erkennen. Zu unauffällig, wenn man an Anahiel dachte, die bis vor ein paar Tagen noch mit dem Blau ihrer Haare aus jeder Menschenmasse herausgestochen war. Sie alle hatten Wunden. Manche waren sichtbarer als andere.</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Es war noch hell genug, dass Thony die flüchtige Geste nicht entging, mit der sie sich mit dem Handrücken über die Wange wischte, doch er war nicht hier, um sie damit zu konfrontieren. Er hätte ihr gerne ihre Ruhe gelassen. Ruhe, die sie alle brauchten und von der sie wussten, dass ihnen nicht mehr viel davon vergönnt sein würde. Anahiel konnte ihn kommen sehen, sodass er auf eine verbale Begrüßung verzichtete. Der Anflug eines Lächelns musste reichen, während er näher kam. Auf die Armschlinge verzichtete er immer häufiger, weil sie ihm vor Augen hielt, dass etwas nicht stimmte. So fiel es ihm einfacher, das Ziehen in seiner Schulter zu ignorieren. Solange er sie nicht beanspruchte, merkte er sie kaum.</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><i>„Maggy schickt mich.“</i>, erklärte er seine Ankunft, weil es ihm wirklich fern lag, sie zu stören.</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Seit sie hier waren, hatten sie sich – abgesehen von ihrem Gespräch bei den Volieren – kaum unterhalten. Die Gelegenheit hatte gefehlt. Die Energie. Anah gegenüber fühlte er sich noch immer besonders schuldig. Sie hatte am wenigsten mit diesem ganzen Drama zu tun, in das sie sie gezogen hatten. Aber er ging davon aus, dass sie das wusste. Auch, wenn sie sich <i>eigentlich</i> noch gar nicht so lange kannten, hatte Thony bei ihr das Gefühl, dass sie ihn besser kannte, als sie sollte. Nicht die ganzen Geschichten oder die Erlebnisse. Aber das, was in ihm vor sich ging. Vielleicht, weil sie teilweise gar nicht so unähnlich waren.</div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><i>„Sie hat mich darum gebeten, mir deine Hand anzusehen.“</i></div>
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
Ein stummes <i>‚danach bist du mich wieder los‘</i> lag in seinen Worten. Wenn sie das wollte, jedenfalls.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>