both of you fell the same day.
you don't know why
one of you never woke up.
and you laid your body down on the floor.
you're desperate to hear her footsteps again.
but this house is on fire, we need to go.
Oh, you don't have to go it alone...
„Mir ist bewusst, dass wahrscheinlich jedes Seelentier seinen Partner als schlicht ‚perfekt‘ bezeichnet, aber ich glaube, dass ich mir dessen vollkommen sicher sein kann. Stets hilfsbereit, ach, selbst, wenn er eigentlich gerade gänzlich andere Dinge zu tun hat - jemanden, der mit einer Bitte zu ihm kam, hat er noch nie auflaufen lassen. Dann mussten seine eigenen Angelegenheiten eben erst einmal warten, bis sich dazu wieder die Zeit fand. Freunde und Bekannte standen für ihn meist an erster Stelle, aber ich weiß – selbst, wenn er es immer bestritten hat – dass darüber noch ein ganz eigener Platz für mich bestimmt war. Was die Menschen wohl so an ihm lieben, ist seine offenherzige und optimistische Art und die Tatsache, dass er selbst in brenzligen Situationen stets die Ruhe zu bewahren scheint. Er vergisst nie, nachzudenken, selbst, wenn es oft so scheint, als würde er erst handeln und sich dann erst die Frage stellen, was es eigentlich bezwecken sollte. Aber selbst, wenn er feststellt, dass er Schwachsinn verzapft hat, weiß er das locker zu überspielen und einfach wieder geradezubiegen, ohne, dass jemand merkt, dass an seinem ausgetüftelten Plan doch ein Fehler war. Ja, er verstand es schon immer, sich aus Situationen herauszumanövrieren und Fehler schlicht so gut und mit solch einer Selbstsicherheit zu übergehen, dass alles vollkommen geplant wirkt und man ihm letztendlich doch bewundernd zu ihm aufblickt. Doch im Grunde spielen all diese Blicke für ihn nie eine Rolle – er ist wer er ist und das ist für ihn vollkommen ausreichend. Aus Kritik oder herablassenden Worten machte er sich noch nie viel, ließ sie sich zwar durch den Kopf gehen, doch sie sind meist so schnell wieder vergessen, wie sie ausgesprochen wurden, wenn er sie nicht als ebenso überlegenswert empfindet. Noch nie hat er sich von einer anderen Meinung groß beeinflussen lassen – Es sei denn, die kritischen Worte kommen von seinem kleinen Bruder. Man braucht keine große Kenntnis von anderen, um zu erkennen, dass dieser Junge das Wichtigste für ihn ist, das einzige, was zählt und der einzige, dem er je versuchen würde, irgendetwas recht zu machen. Selbst, wenn Keylam noch längst nicht in der Lage dazu ist, das zu verstehen – er wäre die einzige Person, für die sich Anthony verbiegen würde. Nicht einmal ich habe so viel Einfluss auf ihn wie sein kleiner Bruder, aber das ist auch ganz gut so. Es reicht mir, dass er meine Ratschläge zumindest überdenkt, ehe er beschließt, sich doch auf sich selbst zu verlassen, bloß, um letztendlich festzustellen, dass er sich doch vielleicht etwas länger mit meinen Worten hätte beschäftigen sollen. Aber auch solche Fehler sind bei ihm schnell vergessen und mit seiner humorvollen Art überspielt, als wären sie nie geschehen. Er macht sich nichts aus ihnen, lernt daraus – zumindest, wenn er es selbst als Fehler ansieht. Es bringt bei ihm nichts, ihn auf etwas Falsches hinzuweisen, was in seinen Augen vollkommen richtig erscheint – Er würde den Teufel tun, es beim nächsten Mal anders zu handhaben, dazu ist er einfach viel zu sehr von seinem eigenen Urteilsvermögen überzeugt. Zu recht, kann ich sagen, denn sein Verständnis von Moral und Idealen ist so erstaunlich, dass ich ganz froh bin, dass er sich nur schwer von seinen Überzeugungen abbringen lässt.
Allerdings nimmt er dadurch auch nur ungern ein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, sich, seine Ideen, Werte oder Vorstellungen zu verteidigen. Nicht, dass er dann versuchen würde, irgendjemanden von seinen Ansichten zu überzeugen – das ist ihm vollkommen gleich. Er will nur, dass man versucht, ihn zu verstehen; dass man sich Gedanken darüber macht und für sich selbst entscheidet, ob man tatsächlich noch immer so überzeugt von seiner eigenen Meinung ist. Die Toleranz, die er von anderen erwartet, ist er aber immer breit, selbst zu zeigen. Mir würde kein Augenblick einfallen, in dem er etwas von seinem Gegenüber erwartet hat, was er nicht selbst bereit war, zu geben. Doch gerade, wenn man nicht bereit ist – und von diesen Situationen gab es leider genug – ihm mit eben dieser Offenheit zu begegnen, stellt er auf stur und beweist, wie standhaft er ist. Besonders sein Vater und er geraten immer wieder aufgrund seiner Überzeugung und seiner Uneinsicht, eben mal nicht seine eigene Meinung durchzusetzten, aneinander. Je vehementer man versucht, ihn zu etwas zu drängen, desto verbissener wird seine Trotzhaltung und sein Entschluss, dagegen anzugehen. Er ist ein kleiner Rebell, der sich fast wie automatisch irgendwie immer zu der Seite hingezogen fühlt, die missverstanden scheint, dabei aber trotzdem nie aus dem Blick verliert, sich seine eigene Meinung zu bilden. Er ist verständnisvoll und nimmt sich stets die Zeit, andere verstehen zu wollen. Vorurteile habe ich eigentlich noch nie bei ihm gesehen. Und trotzdem hat er ein bisschen den Ruf eines Draufgängers, glaube ich. Frech, dreist, wenn es sein muss und humorvoll, selbst, wenn nicht jeder mit dem Humor zurechtkommt, den er an den Tag legt. Aber das liegt wohl mehr daran, dass er es sich selbst in Situationen, in denen es eigentlich darum gehen würde, Ernst zu zeigen, nur ungern nehmen lässt, doch mal einen Witz zu machen, um die versteifte Stimmung etwas aufzuheitern. Und selbst, wenn er mit seinem Humor dann doch etwas an Grenzen stößt – Grenzen zu erkennen, war noch nie wirklich eine Stärke von ihm, oder wohl eher, sie nicht trotzdem einfach zu übergehen – zeigt er keine Reue oder Berührtheit. Er nimmt es zur Kenntnis und versucht, sich etwas auf seinen Gegenüber einzustellen, denn jemand, der – bloß, weil er von sich selbst überzeugt ist – sich stets Feinde sucht, ist er nicht. Er ist ein umgänglicher Mensch, einer, der geschickt mit seiner doch recht starken Persönlichkeit umzugehen weiß, ohne an jeder Ecke anzuecken. Nur bei seinem Vater will er sich irgendwie keine Mühe geben. Es scheint mir sogar manchmal, als sei er förmlich auf einen Konflikt mit ihm aus, als würde er absichtlich eine Meinung einnehmen, die mit der dieses Mannes nicht einher geht. Aber glücklicher Weise zeigt er sich oft vernünftig genug, wirklichen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Er fürchtet sie nicht und vielleicht ist es das, was mir manchmal ein wenig Angst macht. Aber trotzdem – Er ist ein Mensch, der von der Vernunft geleitet wird und kein Problem damit hat, sich selbst einen Fehler einzugestehen, schlicht, weil er weiß, dass er es gleich wieder behoben hat und ihm etwas anderes einfällt. Er redet nun mal ehrlich aus, was er denkt und das ist in dieser Welt auch nicht mehr alltäglich. Dennoch muss er lernen, die Situationen besser einzuschätzen und öfter zu merken, wann er sich besser mal zurückhält. Ich kann mir vorstellen, dass das mit seinem Gerechtigkeitssinn nicht unbedingt einfach ist – ob es nun darum geht, sich oder einen anderen, den er ungerecht behandelt sieht, zu verteidigen, aber Anthony ist clever. Und ich bin mir sicher, dass er sich nur noch weiter zum Guten entwickeln kann.
Ja, vielleicht ist er nicht perfekt – nicht für euch jedenfalls. Ich kenne ihn gut genug, um sagen zu können, dass er niemals frei von Fehlern sein wird, aber das macht nichts. Für mich ist er perfekt, genau so, wie er ist. Er ist der perfekte Partner, der beste Freund und meine Familie. Er ist mir das Wichtigste auf dieser Welt und das nicht ohne Grund.“
FAITH, Partnerin Anthonys.
where did I go wrong?
I lost a friend somewhere along in the bitterness.
Doch der Verlust seiner Seelenpartnerin zeigte dem Katori, was es bedeutete, wenn die eigene Welt unter den Füßen zu zerbrechen scheint. Der Krieg war eine Zeit voller Schmerz und Trauer, der jedem Menschen wohl die Bedeutung von Verlust und Familie deutlich gemacht hat, doch Anthony musste in dieser Zeit nicht nur lernen, wie vergänglich alles sein konnte und wie wichtig es war, an denen, die man liebte, festzuhalten, solange man konnte, sondern auch, was es bedeutete, wenn man aufhörte, zu leben und dennoch existierte. Eine gefühlte Ewigkeit hatte es gedauert, bis er verstanden hatte, was geschehen war; bis er verstanden hatte, dass er noch immer lebte und sich dennoch etwas grundlegend ändern sollte. Umso schwerer war es für ihn, das Opfer Faiths zu akzeptieren und aus dem Optimismus und der Kraft, die sie ihm in den Kriegszeiten gegeben hatte, wurde Apathie und Unverständnis. Er hatte mit sich selbst gekämpft und sich stets bemüht, denen um ihn herum gut zuzusprechen und besonders, seinem Bruder in diesem schweren Zeiten Mut zu machen. Es würde alles gut werden und sobald es vorbei war, würden sie von zu Hause verschwinden – ein Versprechen, welches er Keylam, Faith und sich selbst immer wieder gegeben hatte; ein Versprechen, auf das er selbst vertraut hatte, um sie letztlich allesamt zu enttäuschen. Doch selbst, als es zu spät schien, als die Schlacht für ihn verloren schien, übermannte ihn nicht die Angst – nicht lange zumindest, denn letztendlich war es mehr Erleichterung gleichgekommen. Er hatte sich nicht fürchten brauchen, denn Faith war da gewesen – gemeinsam mit ihr hatte er verloren und das machte es erträglich. Niemand erwies sich in dieser Zeit mehr als eine Stütze als die Falkin und trotzdem kam es anders, als er es sich in seiner Benommenheit erhofft hatte. Die erste Zeit verbrachte er, ohne wirklich viel zu sprechen. Er brauchte, um es zu verstehen, um es zu realisieren und gleichzeitig, um sich damit abzufinden. So sehr man auch versuchte, ihn dazu zu bringen, sich mit alledem auseinander zu setzen, was er auf dem Feld gesehen hatte – bei jedem der Psychologen, die besonders den jungen Soldaten, die überlebt hatten, zur Seite gestellt wurden, versank er in stoisches Schweigen. Und schließlich setzte er auf Verdrängung statt Verarbeitung, fraß es in sich hinein und begann, sich möglichst viele Ablenkungen zu suchen, die ihn davon abhielten, sich Gedanken zu machen. Und so entschloss er sich letztendlich doch zu einem Medizinstudium, zu welchem er bereits während seiner Zeit bei der Armee tendiert hatte.
Seither ist es zu einer Angewohnheit geworden, sich so tief wie möglich in Arbeit zu vergraben. Er weiß, wie man sich für Dinge begeistern kann und hat es zu seinem eigenen Vorteil ausgelegt. Doch es scheint nie wirklich genug zu tun zu geben, um ihn davon abhalten zu können, sich keinerlei Gedanken zu machen. Faith ist bei ihm und die Erinnerung an sie, die Schuld, in der er zu stehen glaubt, lässt nie von ihm ab. Doch die Erfahrungen, die er im Krieg gemacht hat, ließen ihn ebenso abstumpfen und der Gedanke daran, sie im Tode wiederzusehen, lassen es irgendwie erträglich wirken. Andererseits allerdings hat es ihn abgestumpft und ihm die wirkliche Angst vor dem Tod genommen, ebenso den Ehrgeiz, wirklich zu kämpfen. Er fühlte sich ausgeschlossen, ohne wirklich ein Wort darüber zu verlieren, was allerdings nicht an den Mitmenschen in seiner Umgebung lag, sondern mehr an seinem eigenen Empfinden. Mensch war er schon lange nicht mehr wirklich gewesen; doch Katori war er fortan genauso wenig. Er fühlte sich unverstanden, ohne nach Außen wirklich so zu wirken, immerhin wusste niemand von Faith, niemand von ihrem Opfer. Es wusste niemand, dass sein Leben kein Leben mehr sein sollte – kein komplettes zumindest, denn ihr Verlust hinterließ nicht bloß ein Loch in seinem Herzen, sondern ebenso in der zerrissenen Seele, die einen Gefallenen ausmachen sollte. Anthony wirkt manchmal zerstreut, gefangen in einer Welt zwischen Realität und Vergangenheit, selbst, wenn er nur ungern zugibt, dass es ihm nicht vollkommen möglich war, all das zu verdrängen. Er machte weiter, irgendwie, doch so wenig er sich auch in der Vergangenheit zu verlieren schien, genauso wenig schien er in seiner Freizeit wirklich in der Realität anwesend. Um Loszulassen blieb er zwar in Deutschland, doch ob das mehr Erfolg versprochen hatte, als eine Rückkehr nach Hause, wo – wie er unmöglich wissen konnte – doch jemand gewartet hätte, der ihn verstanden hätte, ist im Nachhinein unmöglich zu beantworten. Er entschloss sich dafür, seine Vergangenheit zurückzulassen, neu anzufangen und seinem Bruder als der in Erinnerung zu bleiben, der er gewesen war – komplett und nicht bloß als Schatten seiner Selbst. Wirklich einfach war es ihm nie gefallen, doch bald schon hatte er sich selbst so weit belogen, dass er daran glaubte, dass es die bessere Entscheidung gewesen war – bald schon, hatte er eine wirkliche Entscheidung so weit hinausgezögert, dass er ohnehin keine andere Wahl mehr gehabt hatte.
Viele dieser Selbstschutzmechanismen, die er damals erst entdecken musste, haben sich allmählich automatisiert und so ist ihm meist gar nicht mehr bewusst, wenn er sich selbst so lange etwas einzureden versucht, bis er es selbst wirklich glaubt und mit Überzeugung dafür eintreten kann. Seine rebellische Ader hat sich wohl noch immer nicht gelegt, doch er wurde stiller und lernte, öfter einfach still im Hintergrund zu bleiben und es anderen zu überlassen, ihre Meinungen auszudiskutieren. Es gab ohnehin niemanden mehr, dessen Meinung ihm wichtig sein sollten und so entwickelte er sich immer mehr zu einem Alleinkämpfer, der seinen Freunden zwar noch immer helfend zur Seite stand, aber weitaus weniger Herzblut in die Sachen legte als zuvor noch. Ohnehin scheint er die meisten Menschen innerlich doch noch irgendwie auf Abstand zu halten, selbst, wenn er nach außen gar nicht so wirkt. Wer ihn kennt, merkt, dass er versucht, sich emotional von Dingen und Menschen fernzuhalten, doch würde man ihn damit konfrontieren, würde er wohl mit vollkommenem Unglaube reagieren. Er merkt es nicht und doch ist tief in ihm die Angst verwurzelt, abermals jemanden zu verlieren, der ihm viel bedeutet – immerhin hatte er nicht nur Faith, sondern auch seinen kleinen Bruder Keylam (und seine Mutter) zurückgelassen und zur gleichen Zeit noch seinen Vater verloren, welches unterbewusst sicherlich auch noch eine Rolle spielt, die er diesem Mann nicht eingestehen will.
Alles in allem also hat ihm der Verlust seiner Partnerin vollkommen den Boden unter den Füßen fortgerissen. Er betrachtet sich selbst noch immer – auch, wenn man ihn inzwischen vom Gegenteil überzeugt hat – öfters als der, der nicht mehr wirklich dazu gehört; der, der weder Mensch noch Katori ist, bloß um im nächsten Moment wieder festzustellen, dass es vollkommener Unsinn ist und er der einzige ist, der differenziert. Einmal Katori, immer Katori, doch so oft ihm seine Freunde das auch klar machen wollen, die Trauer um seine Partnerin scheint ihn immer wieder daran zu erinnern, dass er schlichtweg einsam ist ohne sie – nicht allein zwar, immerhin weiß er um die Unterstützung seiner Freunde, doch ist das noch längst nicht das gleiche wie das, was ihm Faith bedeutet hatte. Noch immer sieht man ihn im Beisein mit Freunden noch immer Lächeln und Lachen, doch wirklich ehrlich ist es längst nicht mehr jedes Mal. Er bemüht sich, alles, was in ihm vorgeht, größtenteils nach außen schlichtweg zu überspielen und schafft es auch, die meisten damit einfach zu täuschen und für sie dennoch noch optimistisch und ehrgeizig zu wirken. Nur, wer ihm wirklich nah steht, würde erkennen, dass es keine Ehrlichkeit ist, welche in seinen Zügen liegt. Doch nicht nur seine Mitmenschen will er damit täuschen, auch sich selbst belügt er damit, seit er gezwungener Maßen gelernt hat, wie leicht es ist. Und trotzdem kann er es nicht lassen, alles, wovon er sich selbst überzeugt, doch wieder in Frage zu stellen und sich damit selbst das Leben schwer zu machen. Er denkt zu viel, so sehr er sich auch davon abhalten will, in dem er sich für alle möglichen Dinge zu begeistern versucht und sich in Arbeit versteckt. Und wahrscheinlich wird sich das auch nicht ändern, bis er nicht verstanden hat, dass der Schlüssel nicht in Verdrängung sondern in Verarbeitung liegt.
so where I am going,
you wont be in the end.
„Es ist ein leichtes zu sagen, dass Anthony für mich jemand Besonderes ist. Aber ich stehe vollkommen dahinter. Er hat seine Stärken und Schwächen – aber wer hat die nicht? Das ändert nichts daran, was er mir bedeutet. Ich habe ihn damals als sehr glücklichen, wenn auch etwas frechen, Jungen kennen gelernt. Zusammen mit Faith schien er ein unschlagbares Team zu bilden – und nicht nur ich mochte ihn auf Anhieb. Die Jahre, die zwischen unserem Wiedersehen lagen, haben aus uns beiden andere Menschen werden lassen. Ich habe heute noch immer den Jungen vor meinen Augen, seine ausgelassene Stimmung. Aber wenn ich heute das ältere Abbild dieses Jungen sehe, scheint nicht mehr viel von ihm übrig geblieben zu sein. Natürlich hat auch er Eigenschaften, die er nicht so einfach ablegen kann, die uns alle verfolgen wie ein Schatten. So sehe ich ihn noch immer als eine treue Seele, der keine Mühen scheut um deren Sicherheit zu wahren, die ihm wichtig sind. Ich kann nur das wiedergeben, was ich von ihm kennen gelernt habe... aber ich denke, er würde für andere durchs Feuer gehen, wenn es nötig ist. Selbstlos beschreibt ihn ganz gut, so würde er sicher nie sein Wohl vor das von anderen stellen, wie viel Leid er dafür auch einstecken muss. Und trotzdem schafft er es immer wieder, zu lächeln. Natürlich werden wir nie Gedanken lesen können, werden nie wissen, was unser Gegenüber wirklich denkt, was er wirklich empfindet. Aber ich denke, Anthony bemüht sich, das Beste aus dem zu machen, was Faith ihm geschenkt hat - Sein Leben. Und auch wenn er der Welt ein Lächeln vorspielt, um sein wahres Leid zu verbergen, sich zu schützen, so denke ich doch, dass immer ein Funken Aufrichtigkeit darin steckt. Ich bin mir sicher, dass er auch die schönen Dinge erkennt... selbst wenn sie von dunklen Schatten umrandet sein mögen.
Ich kann es nur zu gut verstehen, was solch ein Verlust in einem auslöst, wie man sich fühlt, wenn einem der Boden unter den Füßen weg gerissen wird. Und so ist eine seiner größten Schwächen wohl etwas, was sich nicht so leicht ausradieren lässt. Solch eine Verwundbarkeit macht einen angreifbar, aber ich bin mir sehr sicher, dass er lernen wird, damit umzugehen. Vielleicht nicht heute, und auch nicht morgen. Aber irgendwann wird er gelernt haben, den richtigen Weg zu finden, um nicht mehr auf einem dünnen Grad zu balancieren - und so leicht wird er sicher nicht aufgeben. Solche Ereignisse bringen jeden zum Taumeln, und wer nicht den Willen hat, durchzuhalten, wird daran zerbrechen. Vielleicht ist es ihm selbst nicht bewusst... und womöglich streitet er es auch ab. Aber er wäre sicher nicht mehr hier, wenn er einfach aufgegeben hätte. Eine weitere Schwäche mag sein mangelndes Vertrauen sein, aber wer nimmt einem das in dieser Welt schon übel? Vor allem bei dem, was Anthony alles erlebt hat, ist es nur verständlich, dass er eher mit Misstrauen durch die Welt geht. Aber auch das ist etwas, was man lernen kann. Ich bin mir sicher, dass ich selbst meine letzte Hoffnung in ihn stecken könnte – ohne dass er mich enttäuschen würde.
Und trotz der Trauer und Verwundbarkeit steckt doch noch etwas von dem kleinen Jungen tief in seinem Inneren. Er ist sich nie für einen Scherz zu schade, dabei jedoch immer bedacht, niemanden zu verletzen. Aber in manchen Momenten erkennt man eben auch den Anthony, der glücklich ist, selbst wenn diese Momente selten sind. Aber auch dann sieht man, dass er nicht aufgegeben hat, dass er den Willen hat, jedes Hindernis zu nehmen. Und dabei ist er nie allein – selbst wenn er manchmal denkt, dass er es allein schaffen muss. Er hat alles Glück der Welt verdient, ich gönne ihm jeden Moment, in dem er sich nicht darüber den Kopf zerbricht, wie es weitergehen soll.
Alles in Allem ist er für mich mehr als ein Freund – er ist für mich wie ein Bruder, wenn wir auch nicht blutsverwandt sind. Und so wie er sich immer auf mich verlassen kann weiß ich, dass ich mich auf ihn verlassen kann, wenn ich ihn brauche. Und dass wir aneinander Halt finden, wenn unsere Welt zu zerbrechen droht.“
DALVIN, langjähriger Freund.
why does it rain, rain, rain down on utopia?
why does it have to kill the idea of who we are?
„Ich wußte schon ab dem ersten Moment, dass Anthony nicht irgendein Junge ist. Natürlich war er auch ein Katori, aber kein normaler. Ich mochte ihn ab dem ersten Moment, seine freche Art, mit der er trotzdem irgendwie ziemlich charmant war. Wenn man das so sagen kann, hat er mich damals schon um seine Finger gewickelt – genau wie Dalvin bei unserem ersten Treffen. Und nach all der Zeit, die wir ihn nicht gesehen haben, habe ich allmählich den Glauben verloren, dass wir ihn wirklich noch einmal treffen würden. Aber ich habe es trotzdem immer gehofft... und ich konnte es kaum glauben, als er dann in Hanya wirklich vor uns stand. Ich habe einen Moment gebraucht, um es wirklich glauben zu können – aber nicht halb so lange wie Er und Dalvin. Aber Anthony ist auch heute noch dieser wundervolle, sanfte Mensch, bei dem ich mich einfach wohl fühle und bei dem ich weiß, dass ich sicher bin. Ich bin überglücklich, dass wir ihn wieder getroffen haben, auch wenn Faiths Verlust uns allen tief in die Seele schneidet... allen voran ihm. Diese Schwere umgibt ihn die ganze Zeit, und manchmal wirkt es so, als könne man ihm nicht helfen – egal wie sehr man es auch versuchen mag. Aber er findet immer wieder zu neuer Stärke – und dafür bewundere ich ihn. Ich hoffe, dass er sich nie verliert, dass er immer weiß, dass er sich auf uns verlassen kann. Und dass wir lernen jeden Zweifel im Keim zu ersticken.“
JADIYA, Partnerin Dalvins.
STÄRKEN ;; [+] freundlich
[+] humorvoll
[+] zuvorkommend
[+] ehrgeizig
[+] idealistisch
[+] charmant
[+] pünktlich
[+] verlässlich
[+] bescheiden
[+] bodenständig
[+] clever
[+] organisiert
[+] ehrlich
[+] ermutigend
[+] realistisch
[+] kooperativ
[+] heldenmütig
[+] sachlich
[+] talentiert
[+] verantwortungsbewusst
[+] vorausschauend
[+] versöhnlich | ;; SCHWÄCHENaufopfernd [--]
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rebellisch [--]
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melancholisch [--]
einzelgängerisch [--]
misstrauisch [--]
bindungsängstlich [--]
verlustängstlich [--]
erschöpft [--]
kämpferisch [--]
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